08/16/2010:
Der Wassergehalt eines erwachsenen Menschen liegt bei etwa 63 Prozent - das können so ziemlich alle Pflanzen überbieten: Viele bestehen zu fast 90 Prozent aus Wasser, die Sonnenblume sogar zu 97 Prozent. Entsprechend hoch ist der Wasserbedarf vor allem während heißer und sonniger Sommerwochen. HAUS-GARTEN-FREIZEIT - Aussteller geben hier die wichtigsten Tipps und Regeln zum richtigen Gießen.
Morgenstund hat Gold im Mund: Die optimale Gießzeit
Nur mit ausreichend Wasser können Zier- und Nutzpflanzen über die Wurzeln die im Boden vorhandenen Nährstoffe optimal aufnehmen und verwerten. Fehlt Wasser, wird auch die Nahrung knapp und die Pflanzen sind müde und schlapp. "Um Pflanzen an heißen Sommertagen mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen, sollten Sie in den frühen Morgen- oder in den Abendstunden gießen", rät Theo Keyzer von der KEYZERS® Pflanzen- und Blumenwelt GmbH in seinem Buch "Blütenzauber und Pflanzenpflege". Zu diesen Zeiten verdunstet das Wasser nicht so schnell und landet auch tatsächlich dort, wo es hin soll: an die Wurzeln. "Wer seine Beete abends sehr großzügig wässert und dann am nächsten Morgen die Bodenoberfläche kurz durchhackt, sorgt für ein besonders pflanzenfreundliches Milieu mit perfekten Wachstumsbedingungen", schreibt der Aussteller der HAUS-GARTEN-FREIZEIT Keyzer weiter.
Sanft, aber kräftig: Wasser marsch mit Gießkanne, Gartenschlauch & Co.
Genau wie beim Mensch gilt: Wenn sich der Durst erst meldet, ist es häufig schon zu spät! Eingerollte Blätter und herabhängende Triebspitzen sind dafür ein klares Zeichen. Aber auch zu viel Wasser schadet: Verfaulte Wurzeln nehmen keine Nährstoffe aus dem Boden auf und transportieren sie nicht weiter. "Gießen Sie lieber einmal kräftig und das in größeren, aber regelmäßigen Abständen", so Robby Müller, Vorstandsvorsitzender des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner. Der Verband beteiligt sich seit 20 Jahren an der HAUS-GARTEN-FREIZEIT. "Sonst gewöhnen sich die Wurzeln an die feuchte Oberfläche und wachsen nicht mehr in die Tiefe. In der Folge reagieren sie noch empfindlicher auf Dürreperioden." Der Kleingarten-Experte empfiehlt: "Nutzen Sie immer eine Gießkanne oder setzen Sie einen Brausekopf auf Ihren Gartenschlauch. Ein zu starker Wasserstrahl verdichtet den Boden und erschwert so die Wasseraufnahme. Außerdem werden Pflanzenteile an der Unterseite verschmutzt."
Feuchter Boden, trockene Blätter: Gießregeln für gesunde Pflanzen
Pflanzen sind Feinschmecker: Sie mögen weder zu kaltes noch zu warmes Wasser, nicht unbedingt Leitungswasser und auch kein hartes Wasser mit einem hohen ph-Wert. Regenwasser ist der ideale Durstlöscher; es hat immer die richtige Temperatur und ist hundertprozentig kalkfrei. Sammeln Sie Regenwasser am besten in einer Regentonne und gönnen Sie Ihren Pflanzen einen sanften Regenguss.
Wer doch tagsüber gießen möchte, sollte ausschließlich den Wurzelbereich nässen. Denn "Boden feucht, Pflanze trocken" – so lautet eine bekannte Regel der Kleingärtner. "Feuchte Blätter können nicht nur verbrennen, sondern bilden auch eine hervorragende Grundlage für Pilzkeime", so Müller. Zudem schockt die plötzliche unerwartete Dusche die Gewächse regelrecht.
Aufgepasst vor allem bei Erdbeeren und Tomaten: Werden bei Erdbeeren Laub und Früchte feucht, kann sich der gefürchtete Grauschimmel ausbreiten. Bei Tomaten droht die so genannte Krautfäule. Viele Gartenfreunde graben neben jede Tomatenpflanze einen kleinen Blumentopf ein und füllen diesen mit Wasser. So spritzt kein Wasser gegen die Pflanzen, und die darin enthaltenen Pilzsporen versickern gefahrlos im Boden.
Der Deckel für den Boden: Mulch speichert Feuchtigkeit
Mit einer Mulchdecke über dem Boden können Gartenfreunde sich das Gießen im Sommer etwas erleichtern und vermeiden ein zu schnelles Austrocknen der Erde. Mulch ist eine Schicht aus durchlässigen Materialien wie Kies, Sand, Rinde oder auch Gartenkompost. "Durch die höhere Bodenfeuchtigkeit wird das Bodenleben angeregt und damit die Bodenstruktur verbessert", heißt es in "Blütenzauber und Pflanzenpflege". Besonders dankbar für solche Mulchdecken seien Nutzpflanzen wie Kohl, Sellerie, Salat und Erdbeeren. Positiver Nebeneffekt: Es wächst auch weniger Unkraut.
(Quelle: Leipziger Messe)